Media
rainbow
Donnerstag - 4. Mai 2017

Einweihung „Haus der Nationen“ in Bergisch Gladbach

Aus den Ausführungen von Lutz Urbach

Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach

(Es gilt das gesprochene Wort)


Sehr geehrter Herr Sassi,
sehr geehrte Herr Northcote,
sehr geehrter Herr Dr. Steilemann,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlich willkommen zur feierlichen Einweihung des sogenannten „Haus der Nationen“. Ich freue mich heute zu einem so besonderen Anlass sprechen zu dürfen, der Fertigstellung eines Pilotprojektes zwischen Covestro, Logelis und der Stadt Bergisch Gladbach.

Sie erinnern sich: 2015 standen wir unter gewaltigem Druck: Der Zustrom an Flüchtlingen stellte unsere Stadt vor große Herausforderungen. Die Stadt Bergisch Gladbach brauchte Wohnraum – und zwar schnell und auch kostengünstig. Angeboten haben sich zwei Unternehmen, die miteinander neue, energie-effiziente Häusertypen entwickeln und aufbauen und dies: schnell und kostengünstig.

Ich darf also vorstellen: Das Werkstoffunternehmen Covestro AG und den französischen Fertighaushersteller Logelis.

Im September 2016 unterzeichneten die drei beteiligten Partner die entsprechende Vereinbarung zur Errichtung eines Musterhauses. Es waren Renaud Sassi von Logelis und Richard Northcote von Covestro und ich als Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach.

Die Firma Logelis ist vor vier Jahren gegründet worden und hat - so Präsident Renaud Sassi, „die Mission, Passivhäuser zu wirtschaftlichen Preisen anzubieten.“
Die Firma Logelis hat die Gebäudehülle errichtet und auch die Innenwände und Teile des Innenausbaus. Die Elektrik, Klempnerarbeiten und der Estrich wurden an lokale Handwerkerbetriebe vergeben.

Die Covestro AG, vielen in unserer Region unter dem früheren Namen Bayer MaterialScience bekannt, gehört zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung und Entwicklung von Hightech-Polymerwerkstoffen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-/Elektronik-Branche sowie die Sport- und Freizeitartikelindustrie – und: die Bauindustrie. Hier ist es speziell die Polyurethan-Dämmung, mit Hilfe derer eine Hauswand mit einer Wandstärke von nur 16 cm den Passivhausstandard ermöglicht. Covestro hatte durch den Bau von Fertighäusern im asiatisch-pazifischen Raum (Malaysien, Philippinen), also unter ganz anderen klimatischen Verhältnissen, schon gute Erfahrungen gemacht und wollte diese auch in Deutschland zur Verfügung stellen. Auch in kühleren Klimazonen funktioniert diese Dämmtechnik.

Durch Kontakte von Covestro-Mitarbeitern, die in Bergisch Gladbach wohnen, kam es zu einem Treffen mit der Stadt. Es waren also die privaten Kontakte von Firmen- Mitarbeitern, die den Anstoß gaben – und dann, das darf ich stolz hinzufügen: die Offenheit und Innovationsfreude unserer Verwaltung, die zur Vereinbarung, einen Prototyp in Deutschland zu bauen, führten.

Angesichts des Flüchtlingszustroms also sahen wir in Bergisch Gladbach in der Zusammenarbeit mit Covestro und Logelis eine Möglichkeit, Asylsuchende rasch, preiswert und auch für längere Zeit menschenwürdig unterzubringen. Und die Konzepte haben uns überzeugt, das Pilotprojekt anzugehen. Beide Unternehmen waren natürlich hoch motiviert, das Projekt zum Erfolg zu führen. Denn: Wenn sich dieses Projekt bewährt, dann ist es auch relativ leicht auf andere Kommunen übertragbar. Da könnte Nachfrage entstehen, was wiederum den Kaufpreis senken, aber auch die Unternehmergewinne steigern kann. Eine klassische win-win-Situation.

Heute können wir resümieren:

Das Haus wurde schnell erbaut: Nach einer längeren Phase der Klärung der baurechtlichen Voraussetzungen war es in 4 Wochen fertig zuzüglich Bodenplatte und Innenausbau.
Nachhaltig ist es insofern, als sehr leichte Bauteile verwendet wurden mit der Folge geringer Transportkosten. Und es ist nachhaltig, weil es eine sehr gute Energiebilanz, nämlich die eines Passivhauses, aufweist. So kann vergleichsweise viel Energie einspart werden.
Kostengünstig ist das Haus angesichts der geringen Bauzeit und des Fertig-Baukasten-Prinzips. All das macht das Haus auch für den sozialen Wohnungsbau attraktiv.

Sie werden sich fragen, wie wir das Haus denn nun nutzen.
Das Gebäude wird ab sofort als Multifunktionsgebäude in die Nutzung des Deutschen Roten Kreuzes des Kreisverbandes Rhein-Berg übergehen. Hier werden keine Wohnungen eingerichtet, das Haus dient zur Betreuung von Kindern. Es gibt natürlich auch eine Küche.

Was wir gleich, nach einem kleinen Fußweg (ca. 200 Meter) vor Ort sehen werden, ist also das hervorragende Ergebnis einer intensiven und gelungenen Kooperation.
Herzlichen Dank allen Akteuren bis hin zu den lokalen Unternehmen, die für die Realisation des Musterhauses gearbeitet haben.

Mich persönlich hat das Projekt sehr beeindruckt. Wir in Bergisch Gladbach verfolgen mit Spannung, wie sich der Prototyp im Alltag bewährt und ich kann mir gut vorstellen, dass es in unserer Stadt Nachahmer findet, dass das Projekt also Perspektive in unserer Stadt hat.

Ich wünsche allen, die in diesem schönen Haus leben und arbeiten werden, viel Erfolg und Gottes Segen! Dieser Feier mit dem erfreulichen Anlass wünsche ich einen frohen Verlauf.


Zukunftsgerichtete Aussagen:
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der Covestro AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Covestro in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf www.covestro.com zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.