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Montag - 20. Februar 2017

Bilanz-Pressekonferenz

Aus den Ausführungen von Patrick Thomas und Frank H. Lutz

Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der Covestro AG

(Es gilt das gesprochene Wort)



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Guten Morgen meine Damen und Herren,

Vielen Dank, das Sie heute hierher nach Köln zu unserer Bilanzpressekonferenz gekommen sind. Wir möchten Ihnen heute die die Geschäftsentwicklung und die Ereignisse des Jahres 2016 vorstellen und einen Ausblick auf das aktuelle Geschäftsjahr 2017 geben.

Um es direkt vorab zu sagen: 2016 war ein herausragendes Jahr für Covestro.

Wir haben alle unsere finanziellen Ziele erreicht und können daher auf ein Rekordjahr zurückblicken.

Unser bereinigtes EBITDA verbesserte sich 2016 um 22,7 Prozent. Damit haben wir zum ersten Mal die Zwei-Milliarden-Euro-Marke übertroffen.

Mit 795 Millionen Euro erzielten wir einen mehr als doppelt so hohes Konzernergebnis wie 2015.

Diese beeindruckenden Ergebnisse schlagen sich auch in der Aktienkursentwicklung nieder.

Der Kurs legte rund 94 Prozent zu und entwickelte sich damit besser als alle anderen MDAX-Titel und sogar als die meisten anderen deutschen Aktien auf dem Markt.

Diese hervorragende Entwicklung wird durch die unvermindert hohe Nachfrage nach unseren Produkten unterlegt. Sie ermöglichte uns eine weitere Verbesserung unserer Anlagenauslastung – dem wichtigsten Antrieb für unser starkes Gewinnwachstum.

Des Weiteren haben wir 2016 in großem Umfang unsere Produktionskapazität und Auslastung weiter eröht.

Eine neue Produktionsanlage möchte ich besonders hervorheben: Seit Juni kann Covestro in industriellem Maßstab Schaumstoffe herstellen, die teils aus Kohlendioxid bestehen. Das ist eine weltweit einzigartige Entwicklung, auf die ich später noch näher eingehen werde.


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Um es nochmal zu unterstreichen: Wir haben alle unsere Ziele erreicht oder übertroffen. Werfen wir kurz einen Blick auf unsere Finanzkennzahlen und ihre Entwicklung:

Unser Mengenwachstum im Kerngeschäft entspricht mit 7,5 Prozent ziemlich genau unserer Prognose eines Wachstums im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Es liegt damit deutlich über dem von 2015 und wird von der stärkeren Nachfrage nach unseren Produkten getragen.

Das bereinigte EBITDA stieg um 22,7 Prozent und durchbrach die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze. Dieser Anstieg des EBITDA ist hauptsächlich auf höhere Absatzmengen sowie eine bessere Auslastung unserer Produktionsstätten zurückzuführen.

Der Free Operating Cash Flow kletterte um 41,8 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro. Damit haben wir unser ursprüngliches Ziel, uns gegenüber 2015 zu verbessern, klar erreicht.

Nicht zuletzt haben wir unsere Rendite erhöht. Der Return on Capital Employed (ROCE) lag 2016 bei 14,2 Prozent und übertraf damit – entsprechend unseren Prognosen – deutlich die Vorjahreszahlen.


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Meine Damen und Herren, unsere Finanzkennzahlen sind der Beweis, dass sich unsere Strategie auszahlt.

Ein Blick auf unser starkes Mengenwachstum im Kerngeschäft zeigt, dass unsere Produkte die Nachfrage basierend auf den globalen makroökonomischen Trends treffen.

Klimawandel, neue Mobilitätskonzepte und ein wachsender Zuzug der Menschen in immer größere Städte schaffen immer spezifischere Bedürfnisse. Bedürfnisse, die nur mit den richtigen Werkstoffen bedient werden können.

Unsere Produkte tragen dazu bei die Umwelt zu schonen, indem sie alte Materialien ersetzen, die entweder nicht nachhaltig produziert werden können oder während ihres Lebenszyklus nicht nachhaltig sind. Beispielhaft hierfür ist der besonders langlebige Polyurethan-Dämmstoff, der rund 70 mal mehr Energie einspart als für seine Produktion benötigt wird.

Unsere Kunststoffe sind wichtiger Bestandteil für den voranschreitenden Leichtbau in der Automobilindustrie und sorgen für eine größere Effizienz bei Mobilität und im Transportwesen.

Sie tragen zu einer verbesserten Kühlke.tte durch höhere Isolierung bei und verbessern so die Haltbarkeit von Lebensmitteln.

In der Bauwirtschaft treffen unsere innovativen Materialien für Bedachungen und Verglasungen auf hohe Nachfrage, denn sie helfen, Gebäudekosten zu senken und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Dies sind nur einige der vielen Beispiele, die zeigen, warum Covestro so erfolgreich ist und stärker wachsen kann als die globalen Märkte.


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Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf unser Wachstum in den Regionen werfen. Die Entwicklung unserer Absatzmengen im Kerngeschäft zeigt, dass sich das Volumen in allen Regionen erhöht hat.

In der Region EMLA stieg das Mengenwachstum im Kerngeschäft um 3,0 Prozent, wobei unser größter Markt, Deutschland, stagnierte.

In der Region NAFTA stieg das Mengenwachstum im Kerngeschäft um 6,0 Prozent; in den USA betrug der Anstieg sogar 7,0 Prozent.

Mit 12,0 Prozent erreichte die Region APAC den größten Zuwachs, was vor allem auf den chinesischen Markt zurückzuführen ist. Dort lag das Mengenwachstum im Kerngeschäft sogar bei 18,0 Prozent.

Unsere strategische Entscheidung früh unsere Produktionskapazitäten zu erhöhen zahlt sich aus: So konnten wir die Produktion erhöhen und von der steigenden Nachfrage nach unseren Produkten profitieren. Das Ergebnis ist ein deutliches EBITDA-Wachstum.

Und wir lassen nicht nach: 2016 haben wir erneut die Kapazitäten erhöht, vor allem in der Region APAC.

Dank der positiven Entwicklung unseres Cash Flows verfügen wir über größere finanzielle Flexibilität für anstehende Investitionen oder kleinere Akquisitionen.


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Meine Damen und Herren,

Bei allem, was Covestro leistet, folgen wir unserer Unternehmensvision: „Die Welt lebenswerter machen“.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht: Was bedeutet das? Wie kann ein Unternehmen wie Covestro dazu beitragen?

Wir wollen innovative Werkstoffe entwickeln und damit andere, weniger leistungsstarke, weniger nachhaltige oder einfach nur teurere Materialien ersetzen. An ihrer Stelle wollen wir nachhaltigere, leistungsstärkere und kostengünstigere Materialien verwenden.

Unser Ziel ist es, Schlüsselindustrien mit innovativen Polymer-Werkstoffen, Technologien und Anwendungslösungen auszustatten, die die Umwelt schonen, der Gesellschaft zugutekommen und Wert schaffen.


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Ich möchte Ihnen nun die Ausrichtung unserer Strategie auf Innovation und Nachhaltigkeit anhand einiger Beispiele verdeutlichen: Betrachten wir zunächst, wie wir Kohlendioxid als Rohstoff einsetzen können.

Das ist eine Innovation die wir zur Marktreife gebracht haben. In unserem Standort in Dormagen betreiben wir seit Juni 2016 eine revolutionär neue Produktionsanlage. Die Technologie, die dahinter steht heißt Cardyon und bedeutet „mehr als Kohlendioxid“. All das fasst unsere Pläne hinter dieser Anstrengung recht gut zusammen.

Wir glauben nämlich, dass wir eingefahrene Wege verlassen, Grenzen verschieben und neue Möglichkeiten finden müssen, Kohlenstoff-basierte Stoffe zu ersetzen.

Unter all den denkbaren Alternativen ist Kohlendioxid in der chemischen und Polymer-Industrie vielversprechend und zeigt, welche Vorzüge es in Weichschaumanwendungen hat.

Wir arbeiten daran, CO2 für weitere Materialien zu erschließen, die einsetzbaren Mengen zu erhöhen und diese Technologie als zukunftsfähige wegweisende Alternative zu fördern.


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Wir unternehmen all diese Anstrengungen, weil wir wissen, dass fossile Ressourcen immer knapper werden und deren Nutzung die Umwelt belasten.

Dennoch ist in den letzten 20 Jahren der Erdölverbrauch stetig gestiegen.

Dem müssen wir Einhalt gebieten. Es gibt intelligentere Möglichkeiten, Kohlenstoff optimal zu verarbeiten.

Im vergangenen Jahr hat Covestro einen entscheidenden Schritt gemacht um Öl als Grundstoff in der Weichschaumproduktion für Matratzen zu ersetzen. An unserem Standort Dormagen haben wir mit der Produktion einer innovativen Schaumstoffkomponente mit 20 Prozent CO2-Anteil begonnen. In anderen Worten: Wir ersetzen rund 20 Prozent Erdöl durch CO2..

Die Vorteile liegen auf der Hand: CO2 steht fast unbegrenzt zur Verfügung. Es wird aus Abgasen gewonnen oder kann als Nebenprodukt anderer chemischer Vorgänge genutzt werden.

Wir ersetzen dadurch den Verarbeitungsprozess von Erdöl und erzielen somit eine bessere CO2-Bilanz für den gesamten Herstellungsprozess unserer Stoffe.

Die Reduzierung von Emissionen durch effiziente Prozesse bei gleichzeitiger Nutzung alternativer Ressourcen ist nur eines von zahlreichen herausragenden Beispielen dafür, wie wir Grenzen für eine lebenswertere Welt verschieben.


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Ein weiteres Thema, auf das ich heute näher eingehen möchte, ist der Energiesektor.

Wenn Sie an einem sonnigen Tag an der Nordseeküste spazieren gehen, können Sie in der Ferne einen der vielen Windparks sehen.

Und all diese Windräder können Covestro-Werkstoffe enthalten.

Die mächtigen, bis zu 85 Meter langen Rotorblätter werden in äußerstem Maße beansprucht. Innenbauteile aus Polyurethanharzen verleihen ihnen eine höhere Stabilität und Haltbarkeit, was wiederum die Lebensdauer eines Windrads erhöht. Gleichzeitig ist die Fertigung von Windrädern mit diesen Harzen schneller und kostengünstiger. Gerade wurde in China das erste große Rotorblatt, in dem Covestro-Werkstoffe verarbeitet wurden, hergestellt.

Die Masten erhalten eine Korrosionsschutzgrundierung, ebenfalls auf ​Polyurethanbasis. Außerdem härten neue Anstriche schneller aus, was die Produktionsdauer für Windräder verkürzt.

Letztendlich muss noch der Strom auf das Festland transportiert werden. Das geschieht durch Seekabel, die besonders gegen Beschädigungen geschützt werden müssen, da diese erhebliche Kosten verursachen wüden.

Unsere Elastomere eignen sich hervorragend für einen robusten Kabelschutz. Im Gegensatz zu Beton oder Stahl brauchen die Bauteile nicht nachgearbeitet werden – ein klarer Zeit- und Kostenvorteil.


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Schauen wir uns vor dem Hintergrund dieser Produkte und Werkstoffe den weltweiten Energiemix einmal genauer an. Der Anteil erneuerbarer Energien erhöht sich beständig. Die U.S. Energy Information Administration, die Behörde für Energiestatistik in den USA, geht davon aus, dass sich der Anteil der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2040 auf 16 Prozent erhöht.

Die Windenergie ist eine besonders wichtige Energiequelle, weil sie auf der ganzen Welt verfügbar ist.

Basierend auf den enormen technischen Fortschritten auf diesem Gebiet zeigt Entwicklung der weltweiten Windkraftleistung daher steil nach oben. Mit einer Windkraftleistung von annähernd 500.000 Gigawatt wird heute 70 mal mehr Strom aus Windkraft erzeugt als noch vor 20 Jahren.

Dem weltweiten Windenergie-Verband GWEC zufolge steigerte sich die Windkraftleistung allein im Jahr 2016 um 15 Prozent.

Damit ist die Windenergie eine Schlüsseltechnologie auf dem Weg zu einem nachhaltigen Energiemix.

Covestro hilft dabei, diese Entwicklung voranzubringen, um schließlich dieses Energieziel auch wirklich zu erreichen. Wir verstehen die Nutzung und den Ausbau nachhaltiger Energiequellen als Teil unserer Aufgaben, um die Welt tatsächlich lebenswerter zu machen.


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Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zur Automobilbranche sagen.

Sie sind zum Teil bestimmt mit einem Auto angereist, das – da bin ich mir ganz sicher – nicht aussieht wie der Prototyp, den wir auf der Kunststoffmesse K 2016 im Oktober in Düsseldorf vorgestellt haben.

Covestro hat den Prototyp, der ein Beispiel für innovatives Design und Funktionalität ist, in Zusammenarbeit mit dem Automobilzulieferer HELLA gefertigt.

Stichwort Design – auf eine Kooperation bin ich besonders stolz: Und zwar auf unsere Kooperation mit der UMEA Universität in Schweden einer der weltweit führenden Hochschulen für Automobiles Design. Industriedesign ist ein sehr kreativer Prozess. Aber um etwas Reales zu erschaffen, benötigt man das richtige Material. Unter der Leitung von Professor Demian Horst haben Master-Studenten völlig neue Konzepte für das Außendesign von Fahrzeugen entwickelt und dabei neue Materialien wie Polycarbonat (PCS) verwendet.

Diese Konzepte haben viele Vorteile, die wir in den nächsten 10 Jahren auf den Straßen sehen werden: So haben die Insassen durch die Rundumverscheibung aus Polycarbonat in der Fahrgastzelle einen Panoramablick ohne toten Winkel. Gleichzeitig wird das Gewicht des Fahrzeugs verringert.

Die Fahrzeugoberfläche ist fugenlos und homogen. Dabei geht es nicht nur um Ästhetik. Je weniger Luftwiderstand ein Fahrzeug bietet, desto geringer der Energieverbrauch und desto größer die Reichweite.

Mit der Heckbeleuchtung ist uns eine innovative Lösung auf Basis von holografischen Folien gelungen. Damit lassen sich verschiedene Beleuchtungsfunktionen in Karosserieteile integrieren, die ganz neue Möglichkeiten für die Verwendung von Licht als Designelement eröffnen.


(2017-700-11)

Wie Sie sehen, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, das Auto der Zukunft noch effizienter zu gestalten ohne auf tolles Design zu verzichten.

Was bedeutet dies für einen Werkstoffproduzenten wie Covestro? In einem durchschnittlichen Fahrzeug von heute sind vier bis fünf Kilogramm Werkstoffe von Covestro verbaut.

In einem Elektroauto wird der Anteil an Werkstoffen von Covestro bei 20 bis 25 Kilo liegen!

Dieser Trend liegt in der kontinuierlichen Entwicklung der Elektromobilität begründet.

Bis zum Jahr 2020 wird die Automobilindustrie voraussichtlich dreimal so viele Elektrofahrzeuge pro Jahr produzieren wie 2016.

Beim Übergang vom konventionellen Antrieb zur Elektromobilität wird den Produkten von Covestro eine wesentliche Rolle zukommen.

Diesen Übergang werden wir mit vorantreiben, ihn gestalten und daraus Nutzen ziehen.


(2017-700-12)

Damit schließe ich meinen Überblick über unsere Leistungen im Jahr 2016 und unsere Projekte für 2017.

Ich erteile nun unserem CFO Frank Lutz das Wort, der Ihnen unsere Zahlen für 2016 erläutern wird.


(2017-700-13)

Vielen Dank Patrick.

Guten Morgen meine Damen und Herren, auch von meiner Seite.

Gern möchte ich mit Ihnen einen detaillierteren Blick auf unsere Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2016 werfen.

Dabei wird offensichtlich, dass die Ergebnisse von Covestro hauptsächlich vom Gleichgewicht – oder eben Ungleichgewicht – von Angebot und Nachfrage in unseren Märkten abhängen, und nicht so sehr von den Rohstoffpreisen. Dies zeigt sich ganz deutlich beim Blick auf das EBITDA von über zwei Milliarden Euro.

Die bereinigte EBITDA-Marge hat sich im Gesamtjahr von 13,6 Prozent in 2015 auf 16,9 Prozent im Jahr 2016 verbessert, ein durchaus beeindruckender Anstieg von 330 Basispunkten im Jahresvergleich.

Der Umsatz hat sich dabei im vergangenen Jahr leicht negativ entwickelt. Das lag daran, dass sich Preisrückgang und negative Währungseffekte stärker auswirkten als das Plus durch die Steigerung der Volumina: Denn wir geben – zumindest teilweise – geringere Rohstoffpreise an unsere Kunden weiter.

Auch im vierten Quartal 2016 war die Entwicklung insgesamt positiv. Zwar lag das Wachstum aufgrund der Force Majeure im Bereich Polyurethanes deutlich unter dem Jahresdurchschnitt. Haupttreiber für das Wachstum im letzten Quartal war daher vor allem das Segment Polycarbonates. Im vierten Quartal hat aber die Wirtschaft insgesamt wieder angezogen. Die Folge war eine positive Entwicklung der Preise mit einem Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2015.

Und trotz der typischen, saisonal bedingten Abkühlung des Geschäftes zum Jahresende konnten wir deswegen im vierten Quartal ein Margenplus von
380 Basispunkten realisieren.


Insgesamt ist es uns so gelungen, 2016 das bereinigte EBITDA in jedem Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal zu steigern. Ein Erfolg, den wir auch schon 2015 erreicht haben.


(2017-700-14)

Meine Damen und Herren, schauen wir uns nun die einzelnen Segmente von Covestro genauer an.

Das weltweite Marktwachstum bei Polyurethanes hat sich – ausgehend von vorläufigen Schätzungen – 2016 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert: von zwei auf sechs bis sieben Prozent.

Mit einem Mengenwachstum im Kerngeschäft von 7,7 Prozent ist es uns damit gelungen, stärker zu wachsen als der Markt – trotz der Produktionsschwierigkeiten im vierten Quartal in Europa.

Die Auslastung der Branche hat sich durch das starke Marktwachstum deutlich verbessert, weil sich die Angebotsseite gleichzeitig kaum verbreitert hat.

Die EBITDA-Marge im Segment konnten wir auf 15 Prozent steigern.

Wichtigster Grund dafür war die verbesserte Auslastung, die uns bei der Marge auf das Niveau unserer Wettbewerber gebracht hat.

Positive Preisbewegungen schließlich haben das Ergebnis im vierten Quartal verbessert und damit auch für einen guten Auftakt 2017 gesorgt.


(2017-700-15)

Im Segment Polycarbonates haben wir 2016 ein beeindruckendes zweistelliges Wachstum der abgesetzten Mengen im Kerngeschäft von 10,3 Prozent geschafft.

Im vierten Quartal hat das Plus sogar nochmal angezogen und für eine sehr hohe Auslastung unserer neuen Produktionslinien in China gesorgt.

Mit Blick auf die Produktionskapazitäten ist es uns 2016 gelungen, Covestro zum Jahresende mit einem Marktanteil von 29 Prozent wieder zum größten Produzenten der Welt zu machen.

Die Zahlen zeigen auch: Der Markt ist weiterhin stark konsolidiert.

Die EBITDA-Marge hat sich 2016 gegenüber 2015 von 17,7 Prozent auf 21,3 Prozent verbessert. Der Anstieg geht auf höhere Volumina und eine Verbesserung beim Produktmix zurück. Negativ ausgewirkt haben sich Anlaufkosten in China.


(2017-700-16)

Im Segment Coatings, Adhesives, Specialties stieg unser Mengenwachstum im Kerngeschäft – bereinigt um die Auswirkungen einer geplanten Beendigung von Handelsaktivitäten – um 4,5 Prozent. In Anbetracht unseres hohen Marktanteils und des mäßigen Marktwachstums ist dies eine beeindruckende Zahl.

Unsere EBITDA-Marge stieg gegenüber 2015 leicht um 100 Basispunkte auf 24,5 Prozent, trotz der üblichen saisonalen Margenreduzierung im vierten Quartal.

In diesem Jahr werden wir vor der Herausforderung stehen, dass der Preis für unseren wichtigsten Rohstoff HMDA, der größtenteils auf Butadien basiert, derzeit stark ansteigt.

Wir sind aber zuversichtlich, dass wir diesen Druck durch unsere kürzlich angekündigten Preissteigerungen abfangen können.


(2017-700-17)

Unsere Ertragslage im Jahr 2015 wurde durch den Carve-Out und Börsengang stark beeinflusst. Im Jahr 2016 haben wir keine Sonderposten verbucht. Das schränkt den Vergleich mit dem Vorjahr daher etwas ein.

Wie im Jahr 2016 begonnen, werden wir uns aber in Zukunft ausschließlich auf IFRS-basierte Kennzahlen konzentrieren und keine Bereinigungen mehr vornehmen. Das bedeutet nicht, dass wir dadurch Sonderposten verschleiern möchten, im Gegenteil wir sorgen dadurch für mehr Transparenz.

Wir werden weiterhin alle außerordentlichen Posten offenlegen – ich komme gleich dazu – allerdings überlassen wir Ihnen die Entscheidung, ob diese Posten wirklich anpassungsfähige Elemente darstellen, oder ob sie nicht lediglich als Teil des normalen Geschäftes betrachtet werden sollten.

Die Bruttomarge verbesserte sich um fast sechs Prozentpunkte. Dieser Anstieg spiegelt vor allem die starken Mengeneffekte und das positive Preisdelta – also die Differenz zwischen Ein- und Verkaufspreisen – wider.

Unsere Ausgaben für Forschung und Entwicklung haben wir 2016 leicht um rund ein Prozent erhöht.

Schließlich hatten wir 2016 zwei größere außerordentliche Positionen zu verzeichnen. Erstens haben wir wie angekündigt eine Versicherungserstattung von 30 Millionen Euro im Segment Polyurethanes erhalten.

Zweitens wurde unser sonstiges Finanzergebnis durch einen Verlust von 30 Millionen Euro aufgrund eines negativen Hedging-Ergebnisses, bedingt durch die hohe Volatilität zu Jahresbeginn in einer unserer Kernwährungen, belastet.

Insgesamt konnten wir unser Ergebnis je Aktie im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 132 Prozent steigern.


(2017-700-18)

Wir haben 2016 geliefert und konnten einen Free Operating Cash Flow von knapp 1,4 Mrd. Euro erzielen: Das ist Rekordniveau.

Es gab wie immer positive und negative Effekte, insgesamt folgte der Free Operating Cash Flow aber weitestgehend der Entwicklung des EBITDA.


(2017-700-19)

Unsere Gesamtverschuldung konnten wir 2016 dank des hohen Free Operating Cash Flows um rund eine Milliarde Euro senken.

Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA ging auf 1,3 zurück und liegt damit bereits unterhalb unseres im Rahmen des Börsenganges angekündigten Zielwerts für 2019 von 1,5. Wir haben mit 41% Eigenkapitalquote also eine mehr als nur gesundes Bilanzstruktur.

Im vierten Quartal 2016 haben wir unsere sehr gute Liquiditätssituation genutzt und eine Übertragung von Anleihen im Gesamtwert von 450 Millionen Euro vorgenommen, um Teile der Pensionsrückstellung zu finanzieren.

Das hat sich natürlich nicht auf unsere Nettoverschuldung ausgewirkt, sondern lediglich einen Wechsel zwischen Nettofinanzschulden und Pensionsrückstellungen bewirkt.


(2017-700-20)

Meine Damen und Herren, an der sehr guten Entwicklung von Covestro im Geschäftsjahr 2016 wollen wir auch unsere Aktionäre beteiligen.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen daher eine Dividendenzahlung von 1,35 Euro je Aktie vor. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 34 Prozent und liegt damit innerhalb des von uns avisierten Korridors.

Mit Blick auf 2016 dürfte die Dividende für unsere Aktionäre nicht der einzige Grund zur Freude sein – auch unser Aktienkurs hat sich beeindruckend entwickelt:

Covestro war im ersten vollen ganzen Börsenjahr 2016 die erfolgreichste Aktie im MDAX mit einem Kursplus von rund 94 Prozent. Vom Schlusskurs von 33,64 Euro am 30. Dezember 2015 legte die Aktie bis zum 30. Dezember 2016 auf 65,18 Euro zu. Und der Trend ging – wie Sie wissen – in den ersten Wochen den neuen Jahres so weiter.

Auch mit Blick auf alle deutschen Aktien war Covestro weit vorne: wir waren 2016 die zweitstärkste deutsche Aktie.

Covestro wurde zudem im Jahresverlauf in bedeutende Indizes aufgenommen und hat dadurch an den globalen Aktienmärkten an Aufmerksamkeit gewonnen: Im April erfolgte die Aufnahme in den STOXX Europe 600, Ende Mai die Aufnahme in den MSCI Global Standard Germany und seit Dezember auch im Nachhaltigkeitsindex FTSE 4 Good.

Mit diesen erfreulichen Entwicklungen übergebe ich wieder an Patrick.


(2017-700-21)

Vielen Dank, Frank, für diese Erläuterung unserer Zahlen im Detail. Lassen Sie uns nun einen Blick auf das laufende Jahr werfen und was wir in diesem Jahr erwarten können.

Angesichts geopolitischer Herausforderungen und Unsicherheiten gehen wir davon aus, dass ein gewisser Grad an Unsicherheit vor uns liegt.

Trotzdem erwarten wir, dass sich unsere Absatzmärkte positiv entwickeln werden.

Da China seine steuerlichen Anreize verringert, dürfte sich das Wachstum für die Automobilbranche in diesem Jahr abschwächen.

Dafür gehen wir bei der weltweiten Bauwirtschaft von einem zwei- bis drei­prozentigen Wachstum aus, das sich auf eine fortgesetzte Erholung in Europa, eine stabile Anlagestimmung in Nordamerika und eine positive Entwicklung in China stützt.

Die Elektroindustrie sorgt für ein regional differenziertes Bild mit solidem Wachstum in den Schwellenmärkten, insbesondere in Asien, und moderatem Wachstum in den Industrieländern. Insgesamt liegt unsere weltweite Wachstumsprognose bei etwa vier Prozent.

Für die globale Möbelindustrie gehen wir von einem leichten Wachstum von drei bis vier Prozent aus, was hauptsächlich auf die steigende Nachfrage in den USA zurückzuführen ist.

Insgesamt bleiben wir zuversichtlich, dass unsere Kernabsatzmärkte auch 2017 stärker als die Weltwirtschaft wachsen werden.


(2017-700-22)

Meine Damen und Herren, wir haben uns in jedem unserer wichtigsten Märkte eine starke Position erarbeitet, weil wir die für unsere Kunden wichtigen Makrotrends bedienen.

Vor diesem Hintergrund wollen wir auf dem erfolgreichen Jahr 2016 aufbauen und den Schwung mitnehmen, gleichzeitig aber den volatilen Markt, in dem wir uns bewegen, nicht aus den Augen verlieren. Gleiches gilt für eine mögliche unsichere globale Entwicklung in Politik und Wirtschaft.

Bei der abgesetzten Menge im Kerngeschäft auf Konzernebene gehen wir von einem Anstieg im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich aus.

Beim Free Operating Cash Flow rechnen wir mit einem Niveau leicht oberhalb des Durchschnitts der vergangenen drei Jahre.

Der Return on Capital Employed (ROCE) soll leicht über dem Niveau von 2016 liegen.

Bevor wir auf Ihre Fragen eingehen, möchte ich gerne noch einmal die guten Aussichten von Covestro zusammenfassen:

Wir haben in den letzten Jahren eine starke Marktstellung erarbeitet, die es uns jetzt ermöglicht, Wachstumschancen zu nutzen, weiter unsere Anlagenauslastung zu optimieren und gute Ergebnisse zu erzielen.

Unsere Innovationen verschieben Grenzen – heute und morgen. Wir tragen mit unseren Werkstoffen dazu bei, die globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Urbanisierung und steigende Mobilität zu meistern.

Auf dieser Basis verfolgen wir unsere Strategie eines langfristigen profitablen Wachstums und unser ehrgeizigstes Ziel: die Welt lebenswerter zu machen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Sie können uns nun gerne Ihre Fragen stellen.


Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der Covestro AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, welche die Covestro AG in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Covestro-Website www.covestro.com zur Verfügung. Covestro übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.