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Dienstag - 11. September 2018

Besonders leistungsfähiger Werkstoff für die Industrie entwickelt

Neuer Super-Kunststoff mit positiver Ökobilanz

Covestro und Partner erarbeiten Prozess zu Produktion im Großformat / Einsatz in Luftfahrt, Automobil und Medizin möglich
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Forschungsprojekt DreamCompoundConti

Covestro hat mit Partnern einen thermoplastischen Hochleistungskunststoff (HPT) entwickelt, der künftig in vielen Industrien zum Einsatz kommen könnte. Damit ließen sich die Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit von Produkten in Bereichen wie Luftfahrt, Automobil und Medizintechnik deutlich erhöhen. Nun geht es darum, die kontinuierliche Herstellung des neuen Kunststoffs im großen Maßstab zu ermöglichen. Das ist Ziel eines von Covestro koordinierten Forschungsprojekts, das vom Bundesforschungsministerium (BMBF) gefördert wird.

HPT ist ein durch Spritzguss verarbeitbarer Hochleistungskunststoff, der in einzigartiger Weise zahlreiche gute Eigenschaften vereint. Er ist stabil bei hoher Härte, außerdem beständig gegen Hitze und viele Lösungsmittel. Test-Mengen des neuartigen Materials werden bereits hergestellt.

Im aktuellen BMBF-Forschungsprojekt „DreamCompoundConti“ soll nun ein kontinuierliches Verfahren entwickelt werden, um eine umweltverträgliche und wirtschaftliche Produktion im Industriemaßstab zu ermöglichen. Daran arbeitet Covestro gemeinsam mit der RWTH Aachen University, der Technischen Universität Berlin, dem Kunststoff-Zentrum Leipzig und dem Flugzeughersteller Airbus als assoziiertem Partner. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben über die nächsten drei Jahre mit bis zu 1,5 Millionen Euro – im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltigkeit (FONA³)“ in der Maßnahme „r+Impuls – Impulse für industrielle Ressourceneffizienz“ (Förderkennzeichen 033R199).

„Mit dem neuen Verbundprojekt unterstreichen wir unser Bestreben, besonders leistungsfähige Kunststoffe auf klimaschonende und gleichzeitig wirtschaftlich effiziente Weise zu produzieren“, sagt Dr. Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender von Covestro.

Schlanker Produktionsprozess
Eine Besonderheit der Herstellung von HPT besteht darin, dass sie auf sehr gut zugänglichen Basischemikalien beruhen. Diese werden ohnehin für die Produktion etwa von Schaumstoffen eingesetzt und müssen somit nicht eigens hierfür hergestellt werden. Ein neuartiges Katalysatorensystem ermöglicht nun erstmalig die Herstellung von HPT aus diesen Basischemikalien. Das spart im gesamten Prozess CO2-Emissionen und Energie ein, weil im Vergleich zur Produktion herkömmlicher Hochleistungsthermoplasten aufwändige Prozessschritte entfallen.

Im Vergleich zu den am Markt bereits verfügbaren Produkten ergeben sich messbare Ressourceneinsparmöglichkeiten: Ein erstes Life Cycle Assessment (LCA) der RWTH Aachen University für den industriellen Herstellungsprozess hat gezeigt, dass HPT im Vergleich zu ähnlichen Thermoplasten um mehr als 20 Prozent geringere Treibhausgasemissionen für die Produktion aufweisen. Gleichzeitig kommt das neue kontinuierliche Verfahren, das die Projektpartner erarbeiten und umsetzen wollen, mit weniger Lösungsmitteln aus. Es wird daher eine deutlich bessere Ökobilanz im Vergleich zu konventionellen Prozessen erwartet.

Die Partner:

Über die RWTH Aachen University:
Am Projekt beteiligt ist der Lehrstuhl für Technische Thermodynamik (LTT) der RWTH Aachen University. Am LTT beschäftigt man sich seit vielen Jahren mit Entwicklung systemanalytischer Methoden und technischer Komponenten für Energiesysteme sowie der theoretischen und experimentellen Erforschung fluider Stoffsysteme. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der ökologischen Bewertung neuartiger Produktionsprozesse für innovative Kunststoffe. Im Projekt übernimmt der Lehrstuhl eine ökologische Bewertung im Rahmen einer Lebenszyklusanalyse.

Über die Technische Universität Berlin:
Am Projekt beteiligt ist der Lehrstuhl für Technische Chemie / Mehrphasenreaktionstechnik der Technischen Universität Berlin. Der Lehrstuhl forscht auf dem Gebiet der chemischen Reaktionstechnik, insbesondere zu Reaktionskinetik, Reaktoren und Verfahrenskonzepten sowie zur Technologiebewertung. Einen wichtigen Schwerpunkt bilden die Arbeit an Membrantechnologien und techno-ökonomische Analysen. Zum Projekt steuert der Lehrstuhl eine umfassende techno-ökonomischen Analyse bei und unterstützt bei der Identifikation und Erprobung neuartiger Anwendungen.

Über das Kunststoff-Zentrum Leipzig:
Das KuZ ist ein unabhängiges, industrienahes Forschungs-, Technologie-, Prüf- und Weiterbildungs-Zentrum mit 57 Mitarbeitern. Als Brancheninstitut der Kunststofftechnik mit den Bereichen Verarbeitungs-, Werkzeug-, Verbindungs- und Prüftechnik bietet das KuZ komplexe Innovationen und versteht sich als Partner der Unternehmen für anwendungs- und marktorientierte Forschung und Entwicklung, Verbundprojekte mit der Industrie, innovative Industriedienstleistungen, Prüfdienstleistungen im akkreditierten Labor, Technologietransfer, fachspezifische Weiterbildung sowie Lehrgänge und Prüfungen im Bereich Schweißtechnik. Das KuZ engagiert sich im Verbundprojekt bei der ökonomischen Analyse und der Materialtestung.

Über Airbus:
Airbus ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Luft- und Raumfahrt sowie den dazugehörigen Dienstleistungen. Der Umsatz betrug € 59 Mrd. im Jahr 2017 angepasst unter IFRS 15, die Anzahl der Mitarbeiter rund 129.000. Airbus bietet die umfangreichste Verkehrsflugzeugpalette mit 100 bis über 600 Sitzen. Das Unternehmen ist europäischer Marktführer bei Tank-, Kampf-, Transport- und Missionsflugzeugen und eines der größten Raumfahrtunternehmen der Welt. Die zivilen und militärischen Hubschrauber von Airbus zeichnen sich durch hohe Effizienz aus und sind weltweit gefragt.

Über Covestro:
Mit einem Umsatz von 14,1 Milliarden Euro im Jahr 2017 gehört Covestro zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Bauwirtschaft, die Holzverarbeitungs- und Möbelindustrie sowie der Elektro-und Elektroniksektor. Hinzu kommen Bereiche wie Sport und Freizeit, Kosmetik, Gesundheit sowie die Chemieindustrie selbst. Covestro produziert an 30 Standorten weltweit und beschäftigt per Ende 2017 rund 16.200 Mitarbeiter (umgerechnet auf Vollzeitstellen).


Mehr Informationen finden Sie unter www.covestro.com.

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der Covestro AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Covestro in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf www.covestro.com zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.